05.02.10-Wellenreiter Frühausgabe: Euro/US-Dollar weiterhin Taktgeber für die Anlagemärkte, Paniktag an den Börsen, 97% Abwärtsvolumen, Politik lenkt das Geschehen
Im Zusammenhang mit der Entwicklung an der Börse ist es mitunter interessant, den Politikern zu lauschen. Die expliziten Äußerungen Bernankes zur Entwicklung des US-Dollars am 16.11.2009 waren ein solcher politischer Hinweis. Die Rede war sehr gut getimt, da die Momentumsindikatoren bereits negative Divergenzen gegenüber der Preisentwicklung anzeigten.
In der FAZ vom 27.01.2010 war ein interessanter Artikel der Notenbänker von Österreich und Deutschland, die sich nun Sorgen um neue Übertreibungen auf dem Aktienmarkt machen. Es lässt sich festhalten, dass eine gewisse verbale Bremspolitik der wichtigsten Notenbanken momentan betrieben wird und daher Korrekturen des reflationären Kapitalmarkttrends 2009 (Robert Rethfeld sprach bei der Vorstellung des Jahresausblicks in Oberursel von „Reflation interruptus“) zu beobachten sind. Warum eine Korrektur von 50% des Abwärtstrends 2008 bis März 2009 nun eine Übertreibung darstellen sollte, bleibt das Geheimnis der politischen Entscheidungsträger. Man stellt sich allerdings schnell die Frage, wo die Warnungen bei DAX 8.000 waren? Oder warum wurde nicht gewarnt, dass ein DAX unter 4.000 Punkte eine Übertreibung nach unten ist? Dem Spruchwort nach sagt man, dass Hunde, die bellen, nicht beißen. Die verbalen Interventionen könnten demnach darauf hindeuten, dass die politischen Würdenträger so lange wie möglich ihre bisherige Politik beibehalten wollen. Und wie man sieht, ist diese Politik momentan erfolgreich. Mit großem Interesse habe ich daher auch verfolgt, was EZB-Präsident Trichet ab 14.30 Uhr in der Pressekonferenz nach dem EZB-Zinsentscheid gesagt hat. Er betonte zunächst, dass das Zinsniveau weiterhin angemessen sei – ein Hinweis darauf, dass keine Änderung in der Zinspolitik in der nächsten Zeit ansteht und auch beim März-Meeting am Leitzins keine Veränderung erfolgen wird. Beim März-Meeting würde die EZB jedoch über den weiteren Rückzug aus der erhöhten Kreditversorgung beraten. Da war das Wort vom „Exit“ und die Investoren betätigten die Verkaufstasten, es wurde alle Anlageklassen außer Staatsanleihen verkauft. Explizit begrüßte Trichet zudem das US-Bekenntnis zu einem starken US-Dollar. Auch von dieser politischen Ebene bekommen die Spekulanten grünes Licht, um die europäische Währung auf Talfahrt zu schicken. Die Schwäche der europäischen Währung hat eine gesunde Marktbreite, wenn man es positiv formuliert- „Sell the Euro“ ist nicht nur gegenüber dem US-Dollar zu beobachten, sondern auch gegenüber dem japanischen Yen, dem Schweizer Franken und selbst gegen Währungen wie die türkische Lira.
Die steigende Risikoaversion der Investoren führt zwar zu deutlichen Verlusten des Euro/US-Dollar, der US-Dollar legt gegenüber der Carry-Währung Japanischer Yen oder der Rohstoffwährung Australischer Dollar (Goldland) noch deutlich stärker zu. Daher ist der US-Dollar ähnlich wie im zweiten Halbjahr 2008 der „sichere Hafen“, der von Repatriierungen (Auflösen von Carry Trades und Mittelabflüsse aus Emerging Markets und Rohstoffländer) profitiert.
Generell stellt sich die Frage aller Fragen: Cui bono? - Wem nutzt die Entwicklung des Luftablassens an den Kapitalmärkten?
Robert Rethfeld hat in der Donnerstagsausgabe dargestellt, welche Inflationsraten in den USA in den kommenden Monaten zu erwarten sind. Die Entwicklung der Preiskomponente im ISM-Index legt auch aufgrund der Basiseffekte einen Anstieg bis auf etwa 4 Prozent nahe, die CPI-Daten für Dezember lagen bereits bei 2,9 Prozent. Gerade die Basiseffekte überzeichnen die Inflationsrate in den ersten Monaten 2010, so dass die Politik großes Interesse hat, die Rohstoffpreise als hauptsächlichen Inflationstreiber zu drücken. Da wir anhand der Intermarketanalyse wissen, dass der Euro/US-Dollar der wesentliche Schlüssel zur Entwicklung von Aktien- und Rohstoff- (Gold, Erdöl) preisen war und ist, kommt man nicht umhin, festzustellen, dass die Notenbanken heilfroh sind, wenn etwas Luft aus den Kapitalmärkten entweicht. Die zunehmende Unsicherheit der Investoren ist zudem ein Positivum für die Entwicklung der Anleihemärkte, da gerade die USA Neuemissionen auf Rekordniveau verzeichnen. „Käufer gesucht“ ist das Motto des Staates. Auch im Hinblick auf die asiatische Klientel (Japan und China) als wichtigste einzelne Bondholder ist ein erstarkender US-Dollar ein Argument, dass weiterhin Kaufinteresse an den US-Staatsanleihen herrschen wird.
Die nächste Frage wäre dann: Wie lange gilt dieses Interesse an einem Prozess des Luftablassens?
Viele Investoren haben zuletzt Angst, dass aus der charttechnischen V-Formation eine W-Formation wird, da die extrem expansive Politik zurückgefahren werden wird. Schaut man auf über 200 Jahre Kapitalmarktentwicklung anhand des Durchschnitts der Industriewerte im Dow Jones nach, dann findet man jedoch nicht eine einzige W-Formation. Die Notenbanken und die Staaten würden auch kaum tausende von Milliarden in die Wirtschaft pumpen, um dann in kürzester Zeit wie beim Monopoly die Parole „Zurück auf Los“ auszurufen.
Das Ziel der Politik ist zuletzt auf mehreren Ebenen, dass die Spekulation eingedämmt wird. Ein erstes Stilmittel ist ein sinkender Hebel für Hedge Fonds. In diesem Zusammenhang dürfte zum einen der Bärenmarkt der Handelsvolumina an der NYSE andauern, auf der anderen Seite ist die Schwäche der Carry Trade Währungen ein Indiz für sinkende Risikoneigung und Positionsliquidationen. Zum anderen sind die Positionsextrema der Hedge Fonds lt. CoT-Report gerade bei Erdöl und Kupfer noch immer auf historischen Rekordniveaus, so dass mehr Luft abzulassen ist und in diesen beiden Märkten tradingtechnisch bevorzugt nach Shortmustern zu suchen ist. Daher muss man aufgrund der starken spekulativen Positionierung der Investoren annehmen, dass die Korrektur übergeordnet zunächst andauern wird. Lassen wir zudem die Charts sprechen…
Fällt der Euro/US-Dollar, dann fällt auch der S&P 500. Diese Korrelation ist zwar nicht in Stein gemeißelt und viele werden sich erinnern, dass zwischen 1995 und 2000 ein starker US-Dollar auch einen starken US-Aktienmarkt zur Folge hatte. Damals hieß die Wachstumsstory Technologiebörse und zog Milliarden an Anlegerkapital an, in den letzten Jahren waren es die Emerging Markets, die die eingängige Wachstumsstory zu bieten hatten. In den letzten Jahren ab 2003 war überwiegend eine Abwertungsrally an Wall Street zu beobachten, die ein Indiz einer schwachen Wirtschaftsentwicklung ist. Ein steigender US-Dollar schmälert die Auslandsgewinne der großen US-Gesellschaften und daher reagiert der Aktienmarkt auch jeweils auf einen steigenden US-Dollar.
Dann schauen wir uns den Protagonisten mal etwas genauer an- er hat die als wichtig deklarierte Zone von 1,3740/50 US-Dollar erreicht, hier verläuft zudem das 50%-Retracement der Aufwärtsbewegung von 2009. Bei einer korrektiven a-b-c-Bewegung wäre die Korrektur im Euro/US-Dollar an dieser Stelle auch vorbei, allerdings zeigt der Trend eine starke Trendbewegung an, preisliche Gegenbewegungen fallen zuletzt sehr schwach aus. Wenn der Trend so stark ist, dann wirkt die Bewegung impulsiv und riecht nach Kursen von etwa 1,30 US-Dollar. Unterhalb der Marke von 1,4020 US-Dollar ist der Abwärtstrend uneingeschränkt intakt und diese Marke sollte überschritten werden, um anzuzeigen, dass ich zu skeptisch über den Euro/US-Dollar denke. Zunächst ist eine sehr starke Unterstützung erreicht, die nicht ohne weitere Kämpfe aufgegeben werden sollte, daher erhalten auch die Aktienmärkte von diesem Faktor eine kurzfristige Unterstützung.
Der Erdölpreis ist einer der Hauptinflationstreiber, der sich zudem noch in seiner saisonal schwächsten Zeitphase befindet. Die Sequenz steigender Tiefpunkte ist noch intakt, aufgrund der hohen spekulativen Positionierung am Terminmarkt müsste aber genau hier mehr Luft abgelassen werden.
Euro/US-Dollar und Goldpreis entwickeln sich Hand in Hand, die jüngsten Doppeltiefs bei 1.075 US-Dollar wurden unterboten und damit das Dreieck nach unten aufgelöst. Wichtig ist zudem das negative Preissignal von Silber, hier wurde die massive charttechnische Unterstützung bei 16-16,20 US-Dollar nach unten durchbrochen. Generell konnte man bei den Edelmetallen beobachten, dass die Verluste zunahmen, je geringer die Liquidität des Basiswertes ausfällt, so dass Silber und Palladium die größten Verluste verzeichneten. Aber die Signale, dass der goldene Preisaufschwung zunächst vorbei ist, zeigt auch die Entwicklung in anderen Währungen an.
Auch in Euro scheiterte der Goldpreis im dritten Anlauf an der Marke von 800 Euro, so dass generell erkennbar ist, dass die Inflationsspekulationen auf dem Rückzug sind und die Politik Punktsiege feiern kann. Die Wahrscheinlichkeit neuer Bewegungshochs im ersten Halbjahr 2010 – ohnehin die saisonal schwache Zeitphase – sind damit auf ein Minimum gesunken.
Was bringt der Freitag?
Im Fokus der Investoren steht der monatliche Arbeitsmarktbericht, der üblicherweise zu Gap-Eröffnungen führt. Down-Gaps hatten in der Vergangenheit die bessere Aussagekraft, hier wurde das Kaufen von Schwäche belohnt.
Zuletzt konnten wir ein außergewöhnliches Tradingmuster beobachten- die letzten drei Freitage verliefen negativ, Montage seit der letzten Oktoberwoche (!!!) hingegen positiv. Und jetzt nur unter uns gesprochen: Warum sollte ich freitags Aktien verkaufen, wenn montags doch die Kurse steigen? Lange dauert dieses Tradingmuster nicht mehr an, dafür sollte es mittlerweile zu vielen Händlern aufgefallen sein. Nur was ist konkret für morgen zu erwarten? Nun könnte man sagen, dass es die Entwicklung des Euro/US-Dollars entscheiden wird und damit würde man nicht lügen. Daher filettieren wir noch etwas das Handelsgeschehen, zunächst die Marktdaten in Zahlen: Dow Jones 10.002 -268 oder -2,6% (neues Jahrestief); 30Yr T-Bonds 118,78 +1,41 (kein neues Jahreshoch); US-Dollar-Index 79,92 +0,51 (direkt am Widerstand von 80 Punkten); Gold 1.063 -45; Crude Oil 73,10 -3,88
Größter Verlierersektoren: Airlines, Goldminen, Halbleiter
Gewinner: Puts auf alles außer Bonds und Cash
Die Marktstrukturdaten vom 04.02. zeigen jedoch einige interessante Extrema an. Der wichtigste Aspekt: Es gab ENDLICH Panik – ein Abwärtsvolumen von 97% gab es seit ewigen Zeiten nicht mehr zu beobachten. Robert Rethfeld kann es am Montag noch einmal aufarbeiten, wann Abwärtstage größer 95% beobachtet werden konnten. Aber die ganzen 88 und 89% Tage, die es zuletzt gab, waren zwar ausreichend, um die Bewegung ganz kurz zu stoppen, von Panik waren die Tage aber nicht gekennzeichnet. Der TRIN notierte über 3, dies war einer der technischen Aspekte, die mich am vergangenen Wochenende noch im bullishen Sinne störten, da sie fehlten und der Indikator zu niedrig notierte. Das Handelsvolumen erreichte mit 1,48 Mrd Aktien zwar wieder ein deutlich erhöhtes Niveau wie bei jedem größeren Abwärtstag, es lag jedoch an den anderen Handelstagen auf einem leicht höheren Niveau. Insofern kann das leicht sinkende Handelsvolumen bereits ein erstes Indiz sein, dass sich der Verkaufsdruck bereits reduziert hat, was positiv zu werten wäre. Die Angstlevels stiegen deutlich an – das PCR an der CBOE lag bei 1,06 (GD 10 bei 0,92), das PCR auf Aktien notierte bei 0,78 (GD 10 bei 0,67) und das smarte Geld im S&P 100 sicherte sich nicht so stark ab, das PCR lag bei 1,07 (GD 10 bei 1,31. Keines dieser PCR notiert damit auf einem Extremniveau, was als ein Manko für ein belastbares Preistief anzusehen ist. Das PCR an der ISEE lag bei 89, die Kleinspekulanten kauften mehr Puts als Calls.
Insgesamt ist ein Handelstag mit einem Abwärtsvolumen von 97% ein Paniktag und steht damit in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu einem belastbaren Preistief. Ein Abwärtstag mit einem solch hohen Handelsvolumen ist extrem rar, zuletzt wurde am Montag nach Thanksgiving 2008 ein Abwärtsvolumen von über 98% gemessen, es war ein Preistief. Nach einer mehrtägigen Abwärtsbewegung stellen solche Handelstage eine Kapitulation und damit eine Erschöpfung im Abwärtstrend dar. Eine gute mittelfristige Umkehrformation wäre ein Handelstag mit einem Aufwärtsvolumen von zumindest 90%. Dies wäre ein Indiz, dass die Preise für die Investoren niedrig genug waren, um auf breiter Basis zu kaufen – und dies bei einem guten Handelsvolumen, damit es sich nicht lediglich um einen Snapback handelt. Paniktage führen zu mehrtägigen Gegenbewegungen, so dass die Chancen auf einen Positivtag am Freitag oder auf eine positive Umkehr im Falle eines Gap downs groß sind. Trotz dieser statistischen Wahrscheinlichkeiten sollte man ein waches Auge auf die Entwicklung des Euro/US-Dollars legen, da die Korrelation zwischen Währungspaar und den anderen Anlageklassen auch in den sehr kurzfristigen Zeitfenstern extrem positiv korreliert verläuft.
Wer im kommenden Urlaub noch Lust auf etwas Börsenlektüre hat, findet anbei ein paar Anregungen, welche Bücher aus meiner Sicht eine gewinnbringende Lektüre sind:
- Russell Napier: Anatomie der Bärenmärkte…und was wir daraus lernen können

Wenn man die Bestsellerlisten anschaut, dann ist eine Buchempfehlung zum Thema Bärenmarkt sicherlich keine antizyklische Idee, auch wenn der Hype um die Crashliteratur etwas nachlässt. Und doch steht dieses Buch bei mir auf der Position 1 meiner Empfehlungen, weil es das beste Buch zum Thema Sentiment in der zeitlichen Nähe eines sehr wichtigen Preistiefs am Aktienmarkt ist. Russell Napier hat etwa 70.000 Artikel aus dem Wall Street Journal untersucht und sich dabei die Preistiefs 1921,1932,1949 und 1982 angeschaut, um aufzuzeigen, wie die jeweiligen Wenden zum Besseren geschahen. Napier zeigt auf, in welchen Bereichen bereits Verbesserungen auftreten, bevor sich die finalen Preistiefs am Aktienmarkt bilden und begleitet zudem die Marktwenden. Das Sprichwort, dass sich die Preistiefs in der dunkelsten Nacht bilden, stimmt nach seinen Ausführungen nicht. Im Rückblick lässt sich dies auch für die finalen Aktienmarkttiefs im März 2009 sagen, da es zu diesem Zeitpunkt bereits eine Vielzahl von positiven Divergenzen gab, die wichtigste davon war die Nicht-Bestätigung durch die Rohstoffpreise. Napier springt mit diesem Buch nicht auf den fahrenden Zug der Crashpropheten auf, das Buch erschien in den USA bereits 2005 und im Februar 2008 in Deutschland. Ich halte es für ein Buch, das man in den kommenden Jahren immer mal wieder aus dem Bücherschrank hervorholen kann und ein „Muss“ im Bücherschrank darstellt. Kosten: 29,90 Euro
- Wolfgang Horsch: Börsen-Cartoons zur Finanzkrise

Horschs Humor und seine Art, präzise Cartoons zum aktuellen Sentiment und Tagesgeschehen an Börse und Wirtschaft zu zeichnen, sind unübertroffen und so zeichnet er fleißig u.a. für die Börsen-Zeitung, Handelsblatt und Finanz und Wirtschaft (Schweiz).
Gäbe es einen Fanclub, dann würde ich mich für den Job des 1. Vorsitzenden bewerben!
Sein Buch über die Finanzkrise ist eine wunderbare Zeitreise, die man nur mit viel Lachen übersteht. Wer Horschs Cartoons noch nicht kennt, dem sei zudem seine Internetseite empfohlen: www.horschcartoons.de
Kosten: 9,90 Euro
- Jochen Steffens und Torsten Ewert: Die hohe Kunst des (Day-)Tradens. Revolutionieren Sie Ihr Trading mit der Target-Trend-Methode

Als ich Jochen Anfang Juli 2006 am Tag vor dem Halbfinalspiel der deutschen Mannschaft in Köln besuchte, erzählte er mir, dass er gerade ein Buch über seine Target Trader Methode schreiben würde. Damals war er angestellter Kolumnist bei einem Verlag, mittlerweile ist er selbst erfolgreicher Verleger von Börsenbriefen und mit seinen täglichen Kolumnen gehört er für Zehntausende börseninteressierte Menschen zum Alltag. Umso höher sind die Erwartungen, wenn dann ein Buch erscheint, für das gilt: Gut Ding will Weile haben! Mit knapp 600 Seiten Umfang reflektiert das Buch vor allem eines: Börse vernünftig zu betreiben ist viel Arbeit! Viel Arbeit steckt auch in diesem Buch, da sehr viele Chartbilder gezeigt und erläutert werden. Dabei wird nicht nur dem Preis, sondern auch dem Faktor Zeit der entsprechende Platz gewidmet, der in den meisten Tradingbüchern zu kurz kommt. Aber Jochen wäre nicht Jochen, wenn er ausschließlich seine Erfolgsmethode darstellen würde, ein Aspekt war ihm besonders wichtig: Die Intuition. Seinen Ausführungen kann ich zu diesem Thema nur zustimmen. Wenn man selbst aus welchen Gründen auch immer unsicher ist, dann reduziert man einfach seine Gesamtposition, um den potentiellen Schaden durch Fehltrades zu minimieren. Wenn man solche Aspekte nicht verinnerlicht, dann wird man schnell zum Hobby-Börsianer und Hobbies kosten bekanntlich (viel) Geld. Alles in allem hoffe ich, dass ich auf ein zweites Buch aus der Feder von Jochen Steffens nicht wieder so viele Jahre warten muss…
Kosten: 39,90 Euro
Am Montag geht es in der gewohnten pdf-Form und dem Überblick über die Märkte mit Robert Rethfeld weiter.
Absacker:
Dr. Ehrhardt präsentierte beim Fondskongress in Mannheim in der Vorwoche seinen Ausblick für 2010, exakt diese Gedanken hatte er auch am Vortag in Zürich geäußert. Obwohl sich Ehrhardt vorsichtig aufgestellt hat und die Aktienquote in seinen Fonds auf das Minimumlevel von 50% reduziert hatte, äußerte er explizit die Erwartung, dass er keine neue Baisse erwartet.
Optimistischer äußert sich sentix – die finale Verehrung der Aktien hat noch nicht stattgefunden, allerdings ist die Stopp-Loss-Marke für das bevorzugte Szenario nahe gerückt, da ansonsten der negative Überraschungspfad für 2010 droht. Berücksichtigt man zusätzlich die zeitliche Komponente für das favorisierte Sentix-Szenario (Mai/Juni), dann sind 30 Prozent Potential zu optimistisch gedacht, solche Zuwächse kommen bei Trendwenden vor, aber nicht mehr im reiferen Stadium eines Trends.




















Karikaturist Horsch hat das Zeitgeschehen mal wieder auf den Punkt gebracht: Der Goldpreis erreichte in dieser Woche neue historische Preishochs. Und damit zeigt der Goldpreis zumindest kurzfristig die „erfolgreiche“ Reflationierungspolitik der FED an.





