Der Blick auf das Makrobild via CoT-Daten verrät, dass die US-Aktienmärkte auf der Oberseite noch einiges (> 5%) an Kurspotential erwarten lassen, dass der Ölpreis eher über ein limitiertes Potential verfügt und man kann momentan erkennen, dass die Rohstoffaktien en vogue sind.
Da die Flut bekanntlich alle Boote hebt, ist es momentan zwar am wichtigsten, dass man investiert ist, aber es ist wichtig, dass man neben dem fundamentalen Aspekt auch die Charttechnik im Blick behält, um ein gutes Chance-/Risiko-Verhältnis bei (Neu-)Engagements einzugehen- zumindest für diejenigen, die nicht (wie ein Abonnent) bereits zu 160% investiert sind…was ich grundsätzlich niemanden empfehlen würde, da eine geregelte und ruhige Nacht die Basis für vernünftige Entscheidungen ist.
Was erscheint nach der Aufwärtsbewegung des ersten Monats momentan noch sinnvoll, da wie oben vermutet die Aufwärtsbewegung über weiteres Potential verfügt und in meinen Augen zumindest noch etwa 2 Monate anhalten dürfte?
Die Erwartung aus CoT-Daten-Sicht ist:
Der S&P 500 wird neue Bewegungshochs markieren und verfügt über ein Potential von Minimum 5%, der Technologieindex Nasdaq 100 wird den starken Widerstand bei 1.820 Punkten übertreffen und verfügt über ebenfalls minimal 5%, vll. 10%, zudem verfügen die Nebenwerte über selbiges Potential, tendenziell dürfte es eher höher liegen, da eine steigende Risikoneigung der Investoren zu erwarten ist.
Im DAX, der als High-Betaindex und aufgrund der relativen Stärke die Entwicklung des US-Aktienmarktes übertreffen dürfte, und daher bei einem Preisanstieg von Minimum 5-6% im S&P 500 tendenziell über 7-10% verfügen sollte (auch das ATH und die runde 8.000 im Blickfeld), dürfte das die Allianz als eines der Marktschwergewichte sein.
Im MDAX notieren drei Rohstoffwerte- K+S, Norddeutsche Affinierie und SGL Carbon. SGL Carbon überzeugt als Turnaroundwert durch den jüngsten Kauf von Managementmitgliedern, die ca. 92.000 Aktien zu 23,86 Euro/Aktie erwarben und ihre Boni in Aktien investierten. Trendfolger können hier nach einer Konsolidierung noch einmal agieren, das Verhalten des Managements ist sehr positiv zu werten.
Sehr interessant erscheint K+S, da es im Bereich Kali auf internationaler Ebene quasi ein Oligopol mit nur wenigen Anbietern kommt. Weltmarktführer Potash ist bereits dynamisch auf neue Allzeithochs ausgebrochen.

Am vergangenen Freitag erhöhte die HVB das Kursziel für K+S. Dies alleine ist nicht interessant, aber die Begründung war es. Die Kalipreise würden momentan mit einer größeren Dynamik als in 2004 ansteigen. In Asien seien die Preise mit sofortiger Wirkung um fast 20% und in Europa um 10% angehoben worden. Insofern dürften daher die Gewinnschätzungen demnächst deutlich erhöht werden, was der Aktie weiteres Potential verschaffen würde.

Bei K+S konnte man bereits Anfang April einen Preisanstieg mit einem hohen Volumen beobachten, nach dem kurzen Pullback unterhalb des alten Preishochs vom Februar erfolgte der Ausbruch auf neue Bewegungshochs mit deutlich ansteigendem Volumen.
K+S erscheint damit für die kommenden Woche weiterhin ein vielversprechender Titel zu sein.
Bei dynamischen Aufwärtstrends sind gerade kleinere Werte äußerst beliebt. Drei davon aus dem SDAX möchte ich aufgrund der charttechnischen Situation hervorheben.
Air Berlin schaffte nur mit viel Mühe den Börsengang im Mai 2006. Die von ZDF-Star JBK in den Medien empfohlene Aktie wurde zu 12 Euro emittiert und litt unter der Situation hoher Ölpreis. Da die CoT-Daten bereits eine relativ hohe Spekulationsneigung anzeigen, ist die Airlinebranche tedenziell für ein Investment interessant. Air Berlin übernahm nach der dba im Vorjahr jüngst die LTU und stieg aufgrund dieser Akquisition dynamisch an, da sich das Angebotsspektrum deutlich erweitert hat.

Nach dem starken Preisanstieg setzte ein Pullback bis knapp über das vorherige Allzeithoch bei 18 Euro ein, stoppte aber über diesem. Es hat sich bereits ein kurzfristiges Umkehrmuster gebildet, so dass die Aktie in den kommenden Wochen weiterhin interessant für weitere Zugewinne sein dürfte.
Gut performt die Branche der Senioren- und Pflegeeinrichtungen. In den USA brach der Branchenindex auf neue Jahreshochs bereits auf, in Europa haben Übernahmen den Sektor beflügelt. Branchenkollege Rhön-Klinikum steigt von einem neuen Allzeithoch zum nächsten. Curanum ist bis dato zurückgeblieben, wird aber wiederentdeckt mit Blick auf die Umsatzentwicklung.

Seit Anfang April haben die Umsätze deutlich angezogen, das Unternehmen scheint sich auf einer Analystenkonferenz am 04.04. gut präsentiert zu haben. In der kommenden Woche ist das Management auf Roadshow in London (18.4.) und Frankfurt/Main (19.04.), so dass hier weiteres Interesse an der Aktie entstehen könnte.

Der Blick auf den Langfristchart zeigt eine Konsolidierung in Form einer Bullenflagge nach dem starken Anstieg im Jahr 2005 an, so dass die Aktie auskonsolidiert hat und einen weiteren Kursanstieg sehen dürfte. Für diese Sichtweise spricht die zu beobachtende Akkumulation der Aktie (OBV mit neuem Allzeithoch) und die deutlich anziehenden Umsätze im April, die zu einem Ausbruch aus der Bullenflagge nach oben geführt haben.
Der dritte Small Cap ist die Baader Wertpapierhandelsbank. Ältere Semester erinnern sich sicherlich an die Hausse der Makleraktien in den 90iger Jahren, als die damalige Ballmaier und Schulz sich in einem Jahr vervielfachte. Baader agiert beim Blick auf den langfristigen Chart wie ein Optionsschein in einer Haussebewegung, zumindest gegen Ende einer Haussephase.

Die Aktie wentwicklete sich schubweise in der Hausse. Umsatzspitzen sind amrkiert und bildeten sich in der unmittelbaren Nähe von Preishochs. Zunächst zogen die Umsätze in der Aktie an, dies war quasi die Initialzündung für den Preisanstieg, waren die Umsätze dann am höchsten, lagen die jeweiligen Preishochs quasi vor. Eine Toppbildung erfolgte dann quasi in der Nähe der Markthochs. Im Vergleich zu den Preisanstiegen 2003 und 2005/6 ist der Preisanstieg der laufenden Haussephase noch als sehr moderat zu bezeichnen, es ist jedoch erkennbar, dass die Aktie weiter akkumuliert wird.

Im kürzerfristigen Chart ist erkennbar, dass die Aktie momentan in dem Widerstandsbereich um 5,4-5,5 Euro notiert. Am kommenden Montag werden die Zahlen für das erste Quartal 2007 veröffentlicht. Fällt die Reaktion auf diese Zahlen positiv aus, dürfte der Weg zum Vorjahreshoch bei 6,31 Euro und danach auf neue Bewegungshochs in den kommenden Wochen frei sein. Die Dividendenrendite für das Geschäftsjahr 2006 soll 0,25 Euro/Aktie betragen, dies entspricht momentan einer Dividendenrendite von ca. 4,5%. Aktien wie Baader würde ich als kurzfristiges Momentumpapier auf Sicht von Wochen ansehen, weniger als “Buy&Hold”-Aktie.
Generell sollte man in solchen Marktphasen 8ok, eigentlich gilt dies immer!) auf interessante Kursmuster achten, da sie ein gutes Chance-/Risiko-Verhältnis erlauben.
In der vergangenen Woche konnte man ein solches Muster z.B. bei Aixtron beobachten.

In starken Trendphasen wie aktuell führt dies zu deutlichen Kurszuwächsen in relativ kurzer Zeit wie man in dieser Woche bereits beobachten konnte.

Gerade bei Turnaroundwerten (hier Boombranche Maschinenbau made in Germany, siehe auch Entwicklung bei Gildemeister oder GEA) ist die Risikoneigung der Investoren auch nach einer längeren Aufwärtsbewegung an den Märkten hoch, da diese Branchen oftmals mit Zeitverzögerung auf die konjunkturelle Entwicklung reagieren und tendenziell am Ende einer positiven Phase gut performen.
Das Ende von Konsolidierungsphasen wird dabei oftmals durch die Umsatzentwicklung (Volumen läuft dem Preis voraus!) angezeigt. Ein solches Muster ist z.B. auch bei diesem Wert zu erkennen.

Die Baubranche in Deutschland ist eine weitere Turnaroundstory, auch hier befinden sich zahlreiche Werte abseits der Immobilienaktien (Stichwort REIT-Einführung) oder bekannten Bauwerte wie BilfingerBerger und Hochtief in interessanten Turnaroundsituationen. Aufgrund der Marktenge des Titels geht es mir mehr um das (Volumens-) Muster, eine Besprechung erfolgt nicht. Das Volumensmuster zeigte durch die Explosion des Handelsvolumens die Entdeckung des wertes durch neue Investoren im November 2006 an, nach der Anstiegsphase versiegten dann die Umsätze und zogen jüngst bereits wieder an, so dass dieser Anstieg eine neue Trendphase einläuten dürfte.
Fazit: Auch wenn die Kurse bereits seit 4 Wochen wieder steigen, sollte es sich weiterhin lohnen, auf interessante Kursmuster zu setzen, da Aufwärtsbewegungen an der Börse länger anhalten und dies auch für zumindest zwei weitere Monate zu erwarten ist. Gerade kleinere Werte sind dann oftmals bei der Suche nach Performance gesucht und erleben dann ihre besten Phasen.