Höhenangst kennen fast alle Menschen. Die einen spüren sie bereits beim Besteigen einer Leiter in der Wohnung, viele andere zumindest dann, wenn sie von einem hohen Gebäude wie einer Kirche/Dom aus auf die unterliegenden Straßen blicken. Da kribbelt es schnell im ganzen Körper und der Mensch schaut schnell weg. Die Evolution hat den Menschen gelehrt, solchen potentiellen Gefahrenpunkten aus dem Weg zu gehen. Dieses Verhalten ist quasi in allen Menschen “drin”. An der Börse spüren momentan ebenfalls viele Marktteilnehmer diese Höhenangst, als Verankerung für dieses Gefühl dient das Allzeithoch aus dem März 2000. Sehr heftig spüren diese Höhenangst aber primär nur die Kleinanleger, das “große Geld” in Form der Unternehmen kauft, sei es bedingt durch Übernahmen oder Aktienrückkaufprogrammen. Je kleiner der Anleger, desto höher die verbreitete Höhenangst. Erkennbar wird dies z.B. durch die extrem großen Leerverkäufe der Odd Lotter sowie generell der hohen Anzahl der Leerverkäufe der Öffentlichkeit.
Als ich am Abend auf der Seite von ABN Amro schon einmal geschaut habe, welche Möglichkeiten es gibt, um auf einen fallenden Ölpreis zu spekulieren (der Trade muss schließlich vorbereitet werden, damit man bereits den richtigen Mini Short zur Hand hat, wenn man glaubt, dass sich nun ein gutes Chance-/Risiko-Verhältnis ergibt), dann war ich erstaunt, als ich bei ABN Amro gesehen habe, was momentan das am meisten gesuchte Zertifikat ist:
http://www.abnamrozertifikate.de/DE/Showpage.aspx?pageID=4
Es handelt sich um ein DAX Mini Short
Euphorie stellt man sich da anders vor. Nun kann man natürlich auch nur suchen und handelt danach nicht, ob ich in Zukunft ein Mini Short Zertifikat wirklich kaufen werde, das ist noch offen, aber die Absicht ist da. In diesem Zusammenhang fiel mir aber wieder eine Schlagzeile von vor zwei Wochen ein, die ich online bei Börse Online las, das wesentliche ist fett markiert. Demnach wird auch dementsprechend gehandelt, die Nachfrage nach den Zertifikaten war so groß, dass das Papier direkt ausverkauft war.
Wie heißt es so schön? Die Börsen gehen den Weg des größten Schmerzes. Dieser Schmerz liegt auf der Oberseite.
Zertifikate aktuell
Bären kommen aus Berlin
[10:25, 29.06.07]
Von Wolfgang Pfeiffer
Die Landesbank Berlin bietet vier Bär-Indexzertifikate auf DAX, DJ Euro Stoxx 50 sowie den schweizerischen SMI an, die die Vorteile von Optionsschein und Turbo verbinden. Damit lässt sich kostengünstig absichern oder auf niedrigere Kurse spekulieren.
Soll keiner sagen, die Anleger sind blöd: Die Käufer der Bär-Indexzertifikate haben deren Qualitäten erkannt und das bisherige Papier auf den DAX (Basis 10000, WKN: LBB1VT) ist bei Rekordumsätzen inzwischen ausverkauft. Es war in den letzten Tagen Umsatzspitzenreiter an den Börsen Stuttgart und Frankfurt.
Die Bär-Indexzertifikate sind eine Marktnische und werden nur von der Landesbank Berlin (LBB) angeboten. Sie funktionieren wie Put-Optionsscheine beziehungsweise Turbo-Bären, jedoch mit entscheidenden Vorteilen: Es gibt keine Aufgelder wie bei den Optionsscheinen, sondern die Differenz zwischen Basispreis und aktuellem Indexkurs (= innerer Wert) entspricht dem Zertifikatekurs. So kostet bei einem DAX-Stand von 7.914 Punkten das neue DAX-Bär-Zertifikat (LBB11G) mit dem Basispreis 10000 Punkte 20,86 Euro (Bezugsverhältnis 100:1).
So errechnet sich auch der Kurs bei den Turbos, die jedoch den Nachteil haben, dass sie mit nur noch geringem Wert oder sogar wertlos verfallen, wenn sie an den Knock-out oder Basispreis stossen. Bei den Bär-Zertifikaten dagegen sinkt dann der Wert auch gegen Null, aber wenn die Indexstände wieder nach unten drehen und ein innerer Wert entsteht, vollzieht das Papier die Entwicklung entsprechend nach. Ausserdem werden keine Finanzierungskosten wie bei den Turbos berechnet, die die Basispreise stetig sinken lassen. Laufzeitende ist einheitlich am 28.06.2017. Doch besteht jeweils eine dreimonatige Kündigungsfrist des Emittenten, nach der vorzeitig zurückgezahlt werden kann. Die Kündigung wird vom Emittenten erfahrungsgemäß dann ausgeübt, wenn der Index noch etwa zehn Prozent vom Basispreis entfernt ist.
Index WKN Basispreis
DAX LBB11G 10.000
DAX LBB11H 12.000
DJ Euro Stoxx 50 LBB11J 7.000
SMI LBB11K 12.000
Das Bezugsverhältnis beträgt einheitlich 100:1, das Papier auf den SMI ist quanto und damit währungsgesichert.
Das Produkt auf den DJ Euro Stoxx ist ein Nachfolgeprodukt, weil die bisherige Emission (Basispreis 5.000, WKN: 168328) zum 20.3.2008 gekündigt wurde.
Genauso verhält es sich beim SMI: Das bisherige Produkt (Basis 10.000, WKN: 556272) wurde ebenfalls vorzeitig zum 20.3.2008 gekündigt.
Die Spreads sind unterschiedlich, jedoch minimal und anlegerfreundlich.
Resümee: Sehr gute Produkte zur Absicherung und zur Baissespekulation.
© 2007 boerse-online.de

Die Marktstrukturdaten vom Freitag in den USA:
NYSE Volume 2,80 Mrd
Aufwärtsvolumen 58%, Abwärtsvolumen 39%
Neue Hoch 345
Neue Tiefs 90
Put/Call-Ratio CBOE 0,94, GD 10 0,90
Put/Call-Ratio OEX (S&P 100) 0,95, GD 10 1,62
Put/Call-Ratio ISEE 181
Der Handelstag am Freitag verlief positiv und der S&P 500 erreichte auf Schlusskursbasis ein neues Allzeithoch, das bisherige intraday Preishoch aus dem März 2000 wurde dabei auch überschritten. Das Volumen war gegenüber Donnerstag rückläufig, insgesamt aber auf einem normalen Niveau. Bei den kurzfristigen Tradingindikatoren des Put/Call-Ratios zeigt sich deutlich, dass die Phase der Angst erst einmal vorüber ist. Das Verhalten der “Profis” im S&P 100 ist jedoch positiv zu werten, ein Put/Call-Ratio unter 1 zeigt an, dass kein großer Absicherungsbedarf besteht und daher dürfte sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen. Ein Wert von 181 an der ISEE zeigt an, dass die Aufwärtsbewegung möglicherweise in den USA nun in eine Phase mit langsam erkennbarer Euphorie übergehen könnte, aber dies ist zunächst eine reine Spekulation. Der Handelstag am Freitag verlief wie bis auf eine Ausnahme alle Freitage seit März und man darf gespannt sein, welche Übernahmenachrichten als nächstes vermeldet werden. Die relative Stärke des Nasdaq 100 ist zudem positiv für die Aussichten der US-Aktienmärkte zu vermerken. Der Schönheitsfleck der positiven Entwicklung ist aktuell die relativ konstant auf hohem Niveau verbleibende Anzahl neuer Tiefs.
In der kommenden Woche beginnt nun die heiße Phase der Berichtssaison. Das “Muster” bei den Unternehmen dürfte so aussehen, dass diejenigen Unternehmen, deren Zahlen etwas enttäuschend ausfallen, dies mit einem Aktienrückkaufprogramm zu kompensieren versuchen. Diese Programme sind ein wesentlicher Treiber des Bullenmarktes und stellen Nachfrage nach Aktien dar, die Anzahl der ausstehenden Aktien schrumpft. In der vergangenen Woche haben u.a. Johnson&Johnson (bis zu 10 Mrd USD Volumen und damit ca. 6% der Marktkapitalisierung), ConocoPhilips (bis zu 15 Mrd USD Volumen und damit ca. 10% der Marktkap.), am Freitag Amgen (bis zu 5 Mrd USD Volumen und damit ca. 7% der Marktkap.) sowie General Electric (bis zu 14 Mrd USD Volumen, davon 12 Mrd USD im zweiten Halbjahr 2007). Home Depot enttäuschte mit dem Ausblick, hatte aber schon am 20.06. ein Rückkaufprogramm für 22,5 Mrd USD angekündigt- dies entspricht etwa 33%(!) der ausstehenden Aktien, auch bei Expedia wurde am Tag zuvor ein solch großes Rückkaufprogramm angekündigt. Die Liste der prominenten Ankündigungen ist lang, zuvor konnte man solche Programme u.a. auch bei Wal Mart (bis zu 15 Mrd USD), IBM (für 16,4 Mrd USD) oder auch J.P. Morgan (bis zu 10 Mrd USD) schon verfolgen. Das “neue” an diesem Trend ist aber das deutliche Aufstocken der Programme bei den Großunternehmen, die Volumina erreichen dort nun zweistellige Milliardensummen und übertreffen dabei nicht selten die Jahresgewinne. Alles für den Shareholder, das ist einer der Trends des Jahres 2007. Alfred Rappaport, der “Erfinder” und Autor über Shareholder Value kann damit feststellen, dass seine Untersuchungen sich in der realen Unternehmenswelt fest verankert haben.

Ein paar organisatorische Dinge an dieser Stelle, bevor es mit dem Marktkommentar mit Hilfe der CoT-Daten weitergeht. Die gute Nachricht ist, dass Robert Rethfeld eine Internetverbindung im Urlaub im Hotel hat. Das Update der CoT-Daten konnte er bereits via E-Mail vermelden. Die schlechte Nachricht ist dergestalt, dass dabei etwas nicht funktioniert hat. Eine Benachrichtigung via SMS ist von meiner Seite erfolgt, wann eine neuerliche Aktualisierung erfolgt, bleibt an dieser Stelle am späten Samstag abend bzw. mittlerweile Sonntag früh noch offen. Die Charts sind jedoch aktualisiert, aber nicht die Tabelle. Die angegebenen Daten in den Tabellen zu Beginn des jeweiligen Sektors enthalten die neuesten Daten.
Viele Fragen bei der “Wunschanalyse” drehen sich Rohstoffe, weitere Fragen beziehen sich auf Aspekte des Tradings. Ich werde versuchen, in den kommenden Tagen immer wieder etwas zu einzelnen Fragen an dieser Stelle für alle Leser in den täglichen Ausgaben zu publizieren, aufgrund der Vielzahl an Fragen bitte ich um etwas Geduld. 
Interpretation des aktuellen CoT-Reports
Von Alexander Hirsekorn
Der aktuelle CoT-Report vom 10.07.2007 weist im Aktien-, Devisen-, Edelmetall, Energie- und Agrarmarkt neue Extrempositionierungen der Commercials auf.
Aktien
Preistief vom Dienstag setzt neue Trendbewegung in Gang, Sommerrally damit gestartet
| Future |
Kurs |
Veränd.
Vorw. |
Positionierung der Commercials |
| Netto |
Ver. Netto |
Ver. Long |
Ver. Short |
| Dow Jones Ind. Av. |
13.501,70 |
-75,60 |
+1.307 |
-99 |
-1.240 |
-1.141 |
| S&P 500 |
1.510,12 |
-14,75 |
+50.548 |
+13.833 |
+14.918 |
+1.084 |
| Nasdaq 100 |
1.971,89 |
6,69 |
+983 |
+1.604 |
-969 |
-2.572 |
| Russell 2000 |
837,48 |
-10,72 |
+47.389 |
+2.064 |
+6.829 |
+4.764 |
Bei dem Kursrückgang am vergangenen Dienstag waren die Commercials im S&P 500 deutlich auf der Kaufseite zu identifizieren, was positiv zu werten ist.

Die Netto-Long-Positionierung der Commercials erreicht ein neues Rekordniveau in dieser Dekade, sie haben beinahe ausschließlich neue Long-Positionen aufgebaut haben. Es handelt sich absolut betrachtet um die größte Netto-Long-Positionierung der Commercials seit 1994. Von diesen Preistiefs aus startete dann der Bullenmarkt der Jahre 1995-2000. Insofern fiel das Verhalten der Commercials in der charttechnischen Seitwärtsphase sehr positiv auf, da sie hier auf der Kaufseite tätig waren. Ihr Verhalten bestätigt dabei den charttechnischen Eindruck der bullishen Konsolidierungsformation unterhalb des bisherigen Allzeithochs.

Der S&P 500 befindet sich damit weiterhin in einem intakten und starkem Preistrend- stark deshalb, weil der Index bereits deutlich oberhalb des Preishochs vom Februar ein Preistief ausgebildet hatte.

Somit hat er zum dritten Mal nach Juni/Juli 2006 und März 2007 ein preisliches Doppeltief nach einer Preisschwäche ausgebildet. Die eigentliche Trendbewegung setzte dann jeweils nach einem „zweiten“ (hier eigentlich drittes Tief) Preistief ein, das sich auf einem höheren Preisniveau befand. Dieses „higher low“ bildete sich im S&P 500 im August 2006 sowie Ende März 2007 und wurde dann von einer deutlichen Trendbewegung in den Folgewochen abgelöst. Die Trendbewegung vom Preistief im August 2006 dauerte etwa 6 Monate, die vom Preistief Ende März etwa 2 Monate. Der Unterschied im zeitlichen Umfang der Preisrally ist durch die vorangegangene Preiskorrektur erklärbar. Die aktuelle Konsolidierungsformation bildete sich vom ersten Preishoch bis zum zweiten höheren Preistief am vergangenen Dienstag über etwa 5 Wochen und damit quasi identisch lange wie die letzte Korrektur Ende Februar bis zum zweiten höheren Preistief Ende März. Insofern kann man auf der Zeitachse etwas vereinfacht ausgedrückt auch erwarten, dass die Preisrally ebenfalls etwa zwei Monate andauern dürfte. Als „Zeit“projektion würde man somit ein Zeitfenster der Aufwärtsbewegung von etwa Ende August bis Mitte September bekommen. Insofern kann man eine Sommerrally an den US-Aktienmärkten erwarten.

Der Nasdaq 100 war der einzige der vier großen Indizes mit einem Preiszuwachs im Betrachtungszeitraum. Die Netto-Long-Positionierung der Commercials blieb nahezu unverändert und kann am besten mit neutral beschrieben werden.

Charttechnisch befindet sich der Nasdaq 100 weiterhin in einem Aufwärtstrend und beschleunigt dabei nach oben. Es kommt selten vor, dass ein schwacher Aufwärtstrend, wie er im Mai und Juni zu beobachten war, dann nach oben beschleunigt, aber der Trend ist nun als stark einzustufen. Im Mai/Juni führte jedes neue Bewegungshochs den Index in kurzer Zeit wieder unterhalb seines Ausbruchsniveaus, daher die Einstufung als schwacher Trend, der aber durch die Anzahl steigender Tiefpunkte aufwärts gerichtet war. Der Ausbruch auf der Oberseite Anfang Juli führte diesmal zu einem Pullback, der oberhalb des Zwischenhochs endete, insofern kann man dem Aufwärtstrend nun eine größere Trendstärke bescheinigen. Die Kurslücke vom Donnerstag kann daher als „Breakaway gap“ eingestuft werden, so dass ein Schließen der Kurslücke an dieser Stelle nicht zu erwarten ist. Mitte Juni war die Einschätzung aufgrund des schwachen Kurstrends eine andere, da erschien das Schließen der Kurslücke aufgrund der schwachen Trendbewegung als sehr wahrscheinlich.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Bewegung in der vergangenen Woche nicht zu einem Fehlausbruch auf der Oberseite mutieren wird, sondern den Start einer Sommerrally in den USA markiert. Die Angstlevels sind aufgrund des Konsolidierungscharakters im Juni nicht so groß wie an den beiden vorherigen Doppeltiefs im Juni/Juli 2006 und März 2007, insofern dürfte das preisliche Trendpotential vor einem weiteren (Zwischen-) Hoch etwas geringer ausfallen. Als Beispiel für das niedrigere Angstlevel ist der 10-Tages-GD des Put/Call-Ratios auf Aktien zu nennen, es liegt lediglich bei 0,55 und Werte zwischen 0,50 und 0,55 konnte man im Vorfeld von Preishochs beobachten. Ein Fehlausbruch auf der Oberseite ist aber trotzdem unwahrscheinlich, das Verhalten der Investoren im Put/Call-Ratio auf den S&P 100 in den vergangenen beiden Tagen sprechen neben dem Trendmuster dagegen. Es ist eher zu erwarten, dass sich möglicherweise bei weiter steigenden Kursen eine Phase mit Euphorie entwickeln könnte. Das neue Allzeithoch, das sich am Freitag, den 13. gebildet hat, sollte keinen Grund zum Aberglauben geben.
Die Einschätzung verbleibt daher auf bullish.
———-
Anleihen:
Dreiecksbildung der Anleihen, weiteres Verharren in Handelsspanne zu erwarten nach Vorwahljahresmuster
| Future |
Kurs |
Veränd.
Vorw. |
Positionierung der Commercials |
| Netto |
Ver. Netto |
Ver. Long |
Ver. Short |
| US Treasury Bonds |
107,21 |
0,05 |
+181.852 |
-11.512 |
+3.593 |
+15.105 |
| 10-year T-Notes |
105,20 |
0,01 |
-120.339 |
+32.030 |
+35.085 |
+3.055 |
Bei den Anleihen hat sich an der Positionierung der Commercials relativ wenig verändert, bei den zahnjährigen Anleihen haben sie bei der temporären Preisschwäche ihre Netto-Short-Positionierung reduziert, indem sie beinahe ausschließlich neue Long-Positionen aufgebaut haben.

Bei leicht fallenden Preisen haben die Commercials ihre Positionierung im Bereich der dreißigjährigen Anleihen nur gering verändert, sie bleiben hier weiterhin relativ deutlich auf der Longseite positioniert.

Der Preischart zeigt eine Kursberuhigung und damit eine sinkende Volatilität an. Die Kurslücke der Abwärtsbewegung im Juni wurde geschlossen, es haben sich nach dem Preistief nun steigende Tiefpunkte gebildet, so dass sich eine Dreiecksformation bildet. Die „große“ Tradingrange der beiden Horizontallinien sollte aber in den kommenden Wochen zunächst bestehen bleiben. Das saisonale Muster der Anleihen weicht in Vorwahljahren vom Muster der längeren Durchschnitte ab (siehe Aboraum). Üblicherweise beginnen die Anleihen in Vorwahljahren im Juni eine Schwächephase bis Ende Juli, diese Schwächephase dürfte in 2007 zeitlich etwas vorgezogen abgelaufen sein und sich im Mai/Juni zunächst in der Abwärtsbewegung entladen haben, die auch den Charakter einer Kapitulation trug. In Vorwahljahren oszillieren die Anleihen danach üblicherweise seitwärts und zeigen dabei nur relativ wenig Erholungspotential. Eine ähnliche Entwicklung erscheint für 2007 ebenfalls wahrscheinlich.
Die Einschätzung für die US-Anleihen bleibt daher auf neutral.
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Devisen:
Weiteres Potential des Euro/US-Dollars zunächst relativ begrenzt, „9er“-Phänomen Orientierung, US-Dollar-Index unmittelbar an preislicher Unterstützung von 80 Punkten
| Future |
Kurs |
Veränd.
Vorw. |
Positionierung der Commercials |
| Netto |
Ver. Netto |
Ver. Long |
Ver. Short |
| U.S. Dollar Index |
80,6500 |
-0,5500 |
+22.472 |
+2.080 |
+2.905 |
+825 |
| Euro |
1,3744 |
0,0136 |
-130.393 |
-23.072 |
-2.282 |
+20.790 |
| Schweizer Franken |
0,8311 |
0,0088 |
+43.386 |
+949 |
+446 |
-503 |
| Japanischer Yen |
0,8216 |
0,0050 |
+121.940 |
-30.890 |
-17.673 |
+13.217 |
| Britisches Pfund |
2,0269 |
0,0108 |
-97.683 |
+6.940 |
-711 |
-7.651 |

Die Commercials haben ihre Netto-Long-Positionierung wieder leicht ausgebaut, indem sie beinahe ausschließlich neue Long-Positionen aufgebaut haben. Ihre Netto-Long-Positionierung erreicht damit beinahe wieder das identische Niveau von Ende April. Insofern lässt ihre dieswöchige Positionierung vermuten, dass ein Preistief im US-Dollar-Index in unmittelbarer Nähe liegt. Mit 80,44 Punkten am Vergangenen Freitag notierte der US-Dollar-Index bereits unmittelbar am Preistief von Ende Dezember 2004, dies befand sich bei 80,39 Punkten. Zudem ist die preisliche Unterstützungszone bei 80 Punkten in den vergangenen 20 Jahren bis dato immer erfolgreich getestet worden, einmal kam es jedoch zu einem temporären Unterschreiten, dies war in 1992 der Fall. Es wäre fahrlässig zu glauben, dass deshalb die Unterstützung auf ewig halten müsste, diese Unterstützung ist kein Naturgesetz. Das Verhalten der Commercials bei der Preiserholung des US-Dollars hat auch gezeigt, dass sie bei einer relativ geringen Preiserholung sich sehr schnell wieder von den Longengagements getrennt hatten. Insofern zeigen weder ihr Positionierungsverhalten noch die Preismuster an, dass eine große Trendwende beim US-Dollar nicht erkennbar ist.

Die Netto-Short-Positionierung der Commercials hat sich im Euro/US-Dollar wieder deutlich erhöht, sie haben beinahe ausschließlich neue Short-Positionen aufgebaut. Insofern waren die Commercials beim Ausbruch auf neue Bewegungshochs deutlich auf der Verkaufsseite tätig. Ihre momentane Netto-Short-Positionierung liegt noch unterhalb des bisherigen Rekordniveaus von Ende April 2007.

Charttechnisch ist der Aufwärtstrend des Euro/US-Dollars intakt, die Konsolidierung unterhalb des Aprilhochs verlief sehr bullish, da es preislich nur eine kurze Seitwärtsbewegung gab, die dann dynamisch zu neuen Preishochs führte. Das Verhalten der Commercials lässt auf der Oberseite zunächst relativ wenig weiteres Potential erwarten.

Zu berücksichtigen ist zudem die psychologische Seite, ich habe sie hier das „9er“-Phänomen genannt. Vor dem Überwinden einer neuen Zehnerzahl konsolidierte oder korrigierte der Euro jeweils. Bei 0,99 und 1,09 gab es jeweils eine preisliche Seitwärtsbewegung mit einem nur temporären Überwinden, die Preise handelten in einer engen Handelsspanne. Bei 1,19 kam es zu einem deutlichen preislichen Pullback, ebenso bei 1,29. Aufgrund der negativen saisonalen Phase für den US-Dollar erscheint eine preisliche Seitwärtsphase momentan wahrscheinlicher als ein scharfer preislicher Pullback wie in den beiden letzten Fällen.
Zusammenfassend lässt sich momentan trotz des Kursausbruchs des Euro/US-Dollar auf neue Bewegungshochs nur noch relativ wenig Potential für die kommenden Wochen aus dem Verhalten der Commercials ableiten. Hält sich der Euro an seine Serie des „9er“-Phänomens, dann dürfte der Euro in Kürze ein Preishoch erzielen und dann die Trendbewegung von Junitief aus konsolidieren/korrigieren.
Die Netto-Short-Positionierung der Commercials im kanadischen Dollar erreicht ein neues historisches Rekordniveau.
Mit Ausnahme vom Dezember 2005 lässt sich zudem erkennen, dass eine sehr negative Positionierung der Commercials im kanadischen Dollar mit Preishochs im Ölpreis einherging (siehe Chart 2 Aboraum).
Aufgrund des intakten Trends bleibt die Einschätzung für den US-Dollar zunächst auf bearish.
———-
Edelmetalle:
Relative Stärke der Minenaktien positiv, diese markierten neues Jahreshoch, Gold mit Nachholpotential
| Future |
Kurs |
Veränd.
Vorw. |
Positionierung der Commercials |
| Netto |
Ver. Netto |
Ver. Long |
Ver. Short |
| Gold |
663,15 |
11,70 |
+111.440 |
-11.994 |
-407 |
+11.857 |
| Silber |
12,89 |
0,33 |
-44.707 |
-2.653 |
-757 |
+1.896 |
| Platin |
1.295,50 |
13,50 |
-11.998 |
-1.569 |
-486 |
+1.083 |
| Kupfer |
361,50 |
5,00 |
+3.177 |
-4.565 |
-80 |
+4.485 |
Die Positionierungsveränderungen der Commercials im Edelmetallsektor fallen insgesamt moderat aus.

Im Gold haben die Commercials bei steigenden Preisen ihre Netto-Short-Positionierung erhöht, sie haben dabei beinahe ausschließlich neue Short-Positionen aufgebaut. Sie liegt insgesamt jedoch auf einem relativ niedrigen Niveau.

Die Charttechnik zeigt für den Goldpreis mit dem zweiten höheren Preistief vom Freitag der Vorwoche einen Aufwärtstrend an. Als Widerstand muss der Bereich 675-679 US-Dollar angesehen werden, ein Überwinden dieses Niveaus lässt einen Anstieg bis in die Nähe der bisherigen Jahreshochs erwarten, da das Preishoch im April etwas höher war als im Februar erscheint dann ein Anstieg bis zur runden Kursmarke von 700 US-Dollar möglich. Dargestellt ist die Preisentwicklung des Goldes im Vergleich zur Entwicklung des Euro/US-Dollars. Grundsätzlich ist die Entwicklung gleichgerichtet, die Stärke der einzelnen Bewegungen schwankt jedoch. Eine Divergenz hatte sich jüngst im Juni gebildet, als der Goldpreis noch ein neues Bewegungstief markierte, der Euro/US-Dollar aber bereits ein Preistief gebildet hatte. Da der Euro/US-Dollar bereits auf neuen Jahreshochs notiert, ist dem Goldpreis Nachholpotential zu konstatieren. Insofern stellt sich für den Goldpreis die Frage, ob er das Widerstandsniveau 675-679 US-Dollar überwinden kann. Nimmt man als zusätzlichen Indikator das Verhalten der Goldminen hinzu, dann ist die Frage momentan zu bejahen, da der XAU weiterhin relative Stärke zur Entwicklung des physischen Goldpreises anzeigt und mit 151 Punkten auf dem höchsten Niveau in 2007 notiert. Das Aprilhoch der Minenaktien lag bei 148,50 Punkten, der Goldpreis notierte in der Spitze bei 698 US-Dollar.
Die Einschätzung für den Sektor verbleibt bei bullish.
———-
Energie:
Spekulative Positionierung bei Erdöl hat sich vergrößert, Erd- und Heizöl vor Preishochs, Erdgas mit potentiellem Preistief am vergangenen Donnerstag
| Future |
Kurs |
Veränd.
Vorw. |
Positionierung der Commercials |
| Netto |
Ver. Netto |
Ver. Long |
Ver. Short |
| Erdöl |
72,65 |
1,26 |
-112.043 |
-18.741 |
+14.904 |
+33.645 |
| Erdgas |
6,69 |
-0,08 |
+20.982 |
+1.364 |
+1.790 |
+426 |
Im Sektor gibt es neue Rekordpositionierungen der Commercials bei Erdöl, Heizöl und Erdgas.

Die Netto-Short-Positionierung der Commercials erreicht ein neues historisches Rekordniveau.
Interessant ist momentan, dass entferntere Kontrakte seit dem Preistief Ende Mai weniger stark steigen als der Frontfuture. Der Augustkontrakt 2007 stieg von 63,50 US-Dollar auf 74,01 US-Dollar an, der Kontrakt für Juni 2008 nur von 68,53 US-Dollar auf 74,19 US-Dollar. Der Kontrakt für den Juni 2008 notierte am Freitag nur noch 3 Cents oberhalb des August 2007-Kontraktes. Insofern zeigt die nicht mehr vorhandene Prämie für den Erdölpreis für den Sommer 2008 die kurzfristig sehr deutlich vorhandene Spekulationsprämie im Erdölpreis. Bei den Aktien zeigt der Erdölservicesektor Ermüdungstendenzen und läuft jüngst seitwärts.
Bei Heizöl besitzen die Commercials die größte Netto-Short-Positionierung seit Herbst 2003. Heizöl und Erdöl sind sehr stark positiv im Preis korreliert, insofern ist auch von dieser Seite aus ein Preishoch in Kürze beim Erdölpreis zu erwarten, auch bei Heizöl ergibt sich eine deutliche spekulative Schlagseite. Auch unter der Berücksichtigung des Open Interest ergibt sich die größte Netto-Short-Positionierung seit über drei Jahren (Charts siehe Aboraum)

Die Commercials haben ihre Netto-Long-Positionierung noch einmal marginal ausgebaut, es ergibt sich die größte Netto-Long-Positionierung seit Januar 2005. Insofern ist die Vermutung nahe liegend, dass auch vor dem Hintergrund des saisonalen Musters, das für etwa Mitte/Ende Juli ein Preistief erwarten lässt, ein solches unmittelbar in der Nähe des aktuellen Kursniveaus zu erwarten ist. Der Future für August 2007 lässt ein solches Preistief bereits für den vergangenen Donnerstag vermuten. Hier bildete sich mit 6,3050 ein neues Preistief, dies führte jedoch nicht zu weiteren Kursverlusten, sondern wurde gekauft. Ein solcher „Fehlausbruch“ unter ein zuvor erzieltes Preistief ist geradezu symptomatisch für einen zu erwartenden Trendwechsel.
Das Verhalten der Commercials spricht im Sektor für ein nahendes Preishoch bei Erd- und Heizöl sowie ein Preistief bei Erdgas. Bevor die Einschätzung bei Erdöl verändert wird, wird abgewartet, wann eine preisliche Trendwende absehbar ist, zunächst ist der preisliche Aufwärtstrend als intakt zu bezeichnen, auch wenn die spekulative Schlagseite in den CoT-Daten sowie durch die schwächere Entwicklung der ferneren Kontrakte zum Vorschein kommt. Ein Preishoch unterhalb des Vorjahreshochs ist jedoch zu erwarten.
Die Einschätzung für den Sektor verbleibt zunächst noch auf neutral.
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Agrar/Fleisch:
Der „Bulle der Woche“ heißt Magerschwein, Bullenmarkt wird sich fortsetzen, Potential auf der Oberseite bedeutend
Neue Extrempositionierungen der Commercials in diesem Sektor liegen bei Orangensaft, Baumwolle, Bauholz, Kakao und Magerschwein vor.

Die Commercials haben ihre Netto-Long-Positionierung noch einmal leicht ausgebaut, sie erreicht beinahe das Niveau vom Preistief Mitte April 2006. Aufgrund der Verteuerung der Inputfaktoren (Futtermittel) ist von steigenden Preisen und damit neuen Bewegungshochs bei Magerschwein zu rechnen. Das Verhalten der Commercials zeigt einen intakten Aufwärtstrend an, sie haben während der zeitlich langen korrektiven Phase von März bis Juli extrem stark die Seiten gewechselt, ihre Short-Positionen sind drastisch gesunken. Angesichts des moderaten Preisrückgangs ist das Verhalten der Commercials umso bemerkenswerter. Insofern ist davon auszugehen, dass sich der Bullenmarkt bei Magerschwein fortsetzen wird und neue Bewegungshochs erreicht werden, das Potential auf der Oberseite erscheint bedeutend angesichts des sehr positiv zu wertenden Verhaltens der Commercials.
Bei Orangensaft haben die Commercials ihre Netto-Short-Positionierung etwas verringert, es ergibt sich die niedrigste Nertto-Short-Positionierung seit über einem Jahr, der Abwärtstrend ist jedoch weiterhin intakt.
Bei Kakao besitzen die Commercials die größte Netto-Short-Positionierung aller Zeiten, der Trend ist intakt nach oben gerichtet und spricht eher für eine anstehende Korrekturphase.
Bei Baumwolle ergibt sich ebenfalls die größte Netto-Short-Positionierung der Commercials, die Preisbewegung ist intakt und sieht quasi nach einem Squeeze aus, die Positionierung der Marktteilnehmer spricht hier für eine sehr spekulative geprägte Entwicklung.
Bei Bauholz haben die Commercials ihre Netto-Short-Positionierung auf 730 Kontrakte erhöht, es ist die größte Netto-Short-Positionierung seit über einem Jahr, die Zahl hat aber eher statistischen Wert.
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Fazit/Ausblick
Die kommende Woche besitzt in den USA einen voll gepackten Terminkalender, da nun die heiße Phase der Berichtssaison losgeht. Darüber hinaus stehen Preisdaten im Vordergrund des Interesses, am Dienstag werden die Erzeugerpreise, Mittwoch die Verbraucherpreise für den Juni veröffentlicht. Am Donnerstag wird zuerst der Philly FED Index veröffentlicht, am Abend um 20 Uhr das Protokoll zur letzten Notenbanksitzung vom 27./28. Juni. Bei den Berichten der US-Unternehmen beginnt ab Dienstag die heiße Phase der Berichte, dann melden u.a. Johnson&Johnson, Coca-Cola, Intel Corp und Yahoo!, am Mittwoch u.a. Altria, J.P. Morgan, Pfizer, United Technologies, ebay, am Donnerstag Honeywell, Google, Microsoft und am Freitag Citigroup und Caterpillar.
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