Das Thema Umwelt ist „in“, daher steht der Friedensnobelpreisträger Al Gore medial im Rampenlicht. Sein Film „Die unbequeme Wahrheit“ und seine initiierten „Live Earth“- Konzerte am 07.07.07 (nach dem Vorbild von Sir Bob Geldorf, der durch das unvergessliche „Live Aid“-Konzert 1985 in London und Philadelphia auf die Hungerprobleme Afrikas aufmerksam machte und erstmals ein Konzert parallel auf zwei Kontinenten veranstaltete) wurden medial in die Welt transportiert.
Aus deutscher Sicht waren die Preisverleihungen jedoch ein echtes Highlight, welches medial ein wenig untergeht, was sehr schade ist. Deutschland hat in der vergangenen Woche 2 Nobelpreise in Physik und Chemie gewonnen. Gerhard Ertl bekam den Chemie-Nobelpreis für seine Forschungen von chemischen Verfahren auf festen Oberflächen, Peter Grünberg bekam den Nobelpreis für Physik für Entdeckungen im Bereich der Nanotechnologie. Diese Auszeichnungen machen Mut, dass der Standort Deutschland als Forschungsstandort seine Qualitäten für Innovationen besitzt.
Die Geschichte scheint sich zu wiederholen- bei technischen Analysten, die die Kapitalmarkthistorie unter zyklischen Einflüssen untersuchen, ist dieser Satz unumstritten. In 2007 scheint sich dies im S&P 500 zu wiederholen, was in 2006 im Dow Jones Industrial Average passierte: Nach einem Scheitern am vorherigen Allzeithoch (der Dow korrigierte ca. 10% von einem Hoch knapp unterhalb des Hochs aus 2000 und korrigierte etwa 9 Wochen von Anfang Mai bis Mitte Juli; der S&P 500 ebenfalls ausgehend von den Preishochs Anfang Juni bis Mitte August) kam es in der ersten Oktoberwoche zu neuen historischen Rekordhochs, der Dow Jones Industrial Average erreichte diese am 04.10.2006, der S&P 500 am 05.10.2007. Mit den neuen Jahreshochs folgt der S&P 500 damit dem Nasdaq 100 und dem Dow Jones Industrial Average. Im Dow Jones Industrial Average erfolgte nach dem Ausbruch auf neue historische Rekordhochs dann eine weitere Preisrally bis in den Februar, der Anstiegswinkel verlief aber insbesondere ab November sehr flach. Wie bereits in der letzten Woche in einigen Frühausgaben dargestellt wurde, gibt es jedoch Unterschiede im Vergleich zum Vorjahr, im wesentlichen sind es ein relativ niedriges durchschnittliches Volumen und ein bereits „überreiztes“ Sentiment. Insofern sollte man annehmen, dass sich die Geschichte im Dow Jones Industrial Average und im S&P 500 nicht 1:1 wiederholen wird.

„Kredit“ (das lateinische „credere“ bedeutet „glauben“) bedeutet letztlich Vertrauen. Das Vertrauen und der Glaube, dass der Kredit gewinnbringend investiert werden kann, drückt sich an der Börse vor allem in der Entwicklung des japanischen Yens aus, da dieser quasi „für lau“ verfügbar ist, da ein Leitzinssatz von 0,5% angesichts der höheren Inflationsraten in Euroland und in den USA als „geschenktes Geld“ wirkt. Das einzige Risiko ist die Entwicklung des jeweiligen Währungspaares gegenüber dem japanischen Yen.
http://www.wellenreiter-invest.de/Print/SI200707cot.pdf
Mitte Juni schrieb ich in meinem monatlichen Artikel für den Smart Investor, dass eine eruptive Phase bei den sehr beliebten Yen Carry Trades bevorstehen würde. Diese technische Korrektur war mit Sicherheit auch mein Lieblingsthema im dritten Quartal und insbesondere in der Zeit als Urlaubsvertretung für Robert Rethfeld im Juli. Nur wie sieht die Lage aktuell so? Wenn man in den Boards bei den kleineren Anlegern so mitliest, dann lautet der Tenor, dass der US-Aktienmarkt nach oben übertreibt. Stimmt dies in dieser Form? Lassen wir die Blicke auf die beiden Charts S&P 500 versus US-Dollar/ Yen sowie DAX versus Euro/Yen schweifen.


Während das Währungspaar Euro/Yen beinahe wieder das Jahreshoch erreicht hat und damit quasi 1:1 mit der Entwicklung des DAX korreliert, ist die Situation in den USA anders. Der US-Aktienmarkt hat zumindest marginal neue Verlaufshochs erreicht, das Währungspaar US-Dollar/Yen notiert jedoch noch signifikant unterhalb der alten Preishochs. Das Vertrauen gegenüber der Entwicklung in den USA liegt auf einem signifikant niedrigeren Niveau als in Euroland bzw. als gegenüber Deutschland (DAX). Die Outperformance Amerikas ist zumindest teilweise der Währungsentwicklung Euro/US-Dolllar geschuldet, der gestiegene Euro hinterlässt damit erstmals seit zwei Jahren Spuren in der relativen Entwicklung dieser beiden Aktienmärkte. Dieser Trendaspekt ist neu, da der DAX in den vergangenen zwei Jahren relative Stärke gegenüber den US-Indizes besaß, die man erstmals nicht mehr beobachten kann.
Die Vielzahl der bearishen Schlagzeilen im Sommer 2007 war alleine schon rekordverdächtig, interessant erscheint mir aber jedoch gerade vor der Kursentwicklung das Cover vom amerikanischen Traders Magazin.

Der Bär als Synonym für fallende Kurse tummelt sich in vorderster Front und er hat sich den Energiemarkt auserkoren. Diese Einschätzung steht diametral zur Kursentwicklung. Aus antizyklischer Sicht kann man nur festhalten: Der Sektor hat weiterhin gute Chancen, auch im vierten Quartal 2007 und dies unabhängig von korrektiven Phasen.
So wie wir heute wissen, dass sich die Aufwärtsbewegung von Gold/Silber Ende der 70iger, vom Nikkei 225 Ende der 80iger oder von den technologienwerten Ende der 90iger Jahre mit einer Beschleunigung in der Aufwärtsentwicklung zu einer „Blase“ entwickelt haben, genauso wird in den verbleibenden zwei Jahren dieser Dekade die nächste Blase von den Anlegern gesucht. Die Chancen stehen sehr gut, dass der Rohstoffsektor und Aktien aus den Emerging Markets diesmal die „glücklichen“ sein werden. Die Sommerkorrektur hat erstmals die Emerging Markets nicht so überdurchschnittlich in Mitleidenschaft gezogen, dort wurden teilweise bereits deutlich vor den US-Aktienindizes neue Verlaufshochs erzielt. In den 90iger Jahren war dies undenkbar, dies zeigt auch, dass sich die monopolartige Stellung Amerikas abschwächt und die globale Welt bi- oder multipolar aussieht.

Der kurze Rückblick zum Handelstag am Freitag an Wall Street, die Daten sind aus dem Finanzbereich von Yahoo! (http://finance.yahoo.com/advances)
Umsatz 2,76 Mrd an der NYSE (Vortag 3,91 Mrd)
Neue Hochs 94 (356)
Neue Tiefs 66 (77)
Put-/Call Ratio CBOE 0,77 GD 10 0,84
Put-/Call Ratio S&P 100 2,13 GD 10 1,80
Put-/Call Ratio ISEE 164
Bei den Volumina und bei der Anzahl Neuer Hochs/Neuer Tiefs gibt es unterschiedliche Angaben von Anbietern wie NYSE Data oder Yahoo!, diese unterscheiden sich von denen des Wall Street Journals. Ich habe daher die Vortagesangaben in Klammern gesetzt. Das Volumen war gegenüber Donnerstag deutlich rückläufig, allerdings entsprach es in etwa dem Durchschnitt, zumal Freitag üblicherweise etwas niedrigeres Volumen aufweist. Auffällig ist vor allem die Entwicklung bei der Anzahl Neuer Hochs, sie ist trotz steigender Preise sehr deutlich rückläufig, die Anzahl Neuer Tiefs oszilliert in diesem Bereich nach diesen Datenquellen bereits in den letzten Wochen. Insofern war die Dynamik auf der Oberseite nicht so stark, sonst hätte eine größere Anzahl neuer Hochs beobachtet werden müssen. Beim Sentiment ist deutlich erkennbar, dass die Angst der Investoren gewichen ist.
Weitere Gedanken im nachfolgenden Marktkommentar, bei der der US-Anleihenmarkt in Kürze ein neues Signal generieren dürfte (siehe auch Fazit).

Bei den Einschätzungen ergeben sich keine Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche.
Einschätzung
|
|
Anlageklasse
|
|
seit |
Bemerkungen |
Aktien
|
bullish |
02.10. |
Sentiment zeigt Überhitzung an |
Anleihen
|
bearish |
21.09. |
Dreieck vor Auflösung, 110 Punkte wichtige Marke, Trigger für andere Anlagemärkte |
US-Dollar
|
bearish |
10.09. |
Keine Trendumkehr zu beobachten, Korrektur möglich |
Erdöl
|
bullish |
19.09. |
Spekulation hat zugenommen, saisonal schwächste Phase läuft |
Edelmetalle
|
neutral |
09.07. |
Gold mit sehr starker spekulativer Schlagseite, saisonale Schwächephase ab 2. Oktoberwoche |
Interpretation des aktuellen CoT-Reports
Von Alexander Hirsekorn
Bei steigenden Kursen in allen US-Aktienindizes haben die Commercials ihre Netto-Positionierung insgesamt nur marginal verändert.

Die Netto-Long-Positionierung der Commercials hat sich im Vergleich zur Vorwoche marginal reduziert, sie bleibt weiterhin auf einem historisch sehr hohen Niveau. Die Kleinspekulanten waren in dieser Woche erstmals wieder auf der Kaufseite tätig, ihre Netto-Long-Positionierung liegt jedoch weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau.

Charttechnisch ist der Aufwärtstrend weiterhin intakt, die Wochenveränderung fällt mit einem Saldo von +4 Punkten jedoch sehr gering aus. Der steiler gewordene Aufwärtstrend seit dem 10.09. wurde gebrochen, die Bewegung am Freitag ist als Pullback an den steileren Trend anzusehen. Eine solche Trendbewegung ist aufgrund der Steilheit des Trends übergeordnet kein negatives Signal, aber ein erstes Indiz, dass die Trendstärke nachlässt. Oberhalb der Marke von 1.540 Punkten bleiben die Aussichten weiterhin positiv, der Aufwärtstrend verläuft aktuell erst bei 1.520 Punkten.

Im Nasdaq 100 haben die Commercials nur marginal erhöht, sie bleibt noch knapp unterhalb des bisherigen Jahreshochs aus dem Januar (am 16.01. 2007 waren sie mit 14.963 Kontrakten per Saldo short positioniert). Insofern spricht das Verhalten der Commercials dafür, dass das weitere Potential auf der Oberseite zunächst als begrenzt angesehen werden muss.
Charttechnisch ist der Aufwärtstrend des Nasdaq 100 weiterhin intakt, die Umkehrkerze vom vergangenen Donnerstag hat an sich gute Chancen auf die Ausbildung eines kurzfristigen Momentum-Peaks. Betrachtet man sich die Kursentwicklung am Freitag, dann folgte darauf ein deutlich positiver Tag. Ein solches Signal ist als ein Zeichen von Stärke anzusehen. Insofern kann die Kerze den Trend temporär stoppen im Sinne einer Konsolidierung, eine größere preisliche Umkehr ist jedoch nicht zu erwarten. Positiv ist weiterhin zu vermerken, dass die Nasdaq relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt anzeigt.
Das Volumen war bereits letzte Woche an dieser Stelle thematisiert worden, die Ratio des Volumens an der Nasdaq zur NYSE ist weiterhin in einem steilen Aufwärtstrend begriffen und übertrifft bei weitem die Niveaus der Höchststände von 2006 und 2007. Auch in der längerfristigen Zeiteinstellung von 21 Handelstagen erreicht die Ratio beinahe die bisherigen Höchststände der Hausse seit Oktober 2002 vom Januar 2004 und Januar 2005. Dieser Indikator ist als Barometer für die Risikobereitschaft der Investoren anzusehen, da ein niedriger Ratiowert anzeigt, dass die Marktteilnehmer Risiken meiden, da die Aktien an der Nasdaq insgesamt als risikobehafteter angesehen werden können als an der NYSE. Das aktuell sehr hohe Niveau spricht demnach für eine große Risikoneigung der Investoren.

Bei den Sentimentdaten ist dieser Indikator an sich eine ganz gute Zusammenfassung vieler einzelner Puzzlesteine im Bereich Put/Call-Ratio. Der aktuelle Wert hat das Niveau von 2,5 bereits deutlich überschritten und zeigt ein Niveau an, das in der jüngeren Vergangenheit zumindest an temporären Preishochs zu beobachten war. Die Reaktionen der Preisschwäche fielen nach solchen Hochpunkten bei der Ratio unterschiedlich aus. Mal kam es zu deutlichen preislichen Rückschlägen wie im Mai 2006 oder Ende Februar 2007 sowie im Juli 2007. Anfang Juni 2007 erfolgte jedoch nur ein moderater Pullback, ebenso in der Aufwärtsbewegung im Juni 2005. Das einzige „Fehlsignal“ entstand im Vorjahr im September 2006 an der Stelle des alten Preishochs.
Fasst man die obigen Erkenntnisse zusammen, dann sind drei Aspekte wichtig.
Die „Jahresendrally“ ist durch die Handlungen der US-Notenbank in diesem Jahr zeitlich vorgezogen. Für diese Sichtweise spricht die deutlich gesunkene Angst der Investoren ebenso wie die zu erkennende Risikobereitschaft bei ihren Engagements an der Nasdaq.
Die Preisentwicklung ist von ihren Trends positiv zu bewerten, die Aufwärtstrends seit August sind intakt, die jüngsten sehr steilen Aufwärtstrends (z.B. im S&P 500 sind gebrochen) und deuten auf eine Abnahme des Momentums hin. Auch an der Nasdaq dürfte der vergangene Donnerstag ein Momentum-Peak darstellen. Die übergeordneten Aufwärtskräfte sind jedoch intakt, dafür spricht das Kursverhalten am Freitag, es ist als ein Zeichen der Stärke zu werten. Insofern ist der Aufwärtstrend weiterhin als stark zu klassifizieren.
Es zeigt sich jedoch, dass der Bereich der alten Jahreshochs +1% bei den Standardwerten im Dow Jones Industrial Average und im S&P 500 als eine sehr starke Widerstandszone anzusehen ist. Ein Fehlausbruch auf der Oberseite kann zwar momentan nicht ausgeschlossen werden, übergeordnet ist die Positionierung der Commercials jedoch gerade im S&P 500 und auch im Nebenwertesegment des Russell 2000 so positiv, dass ein weiterer Kursanstieg erwartet werden kann. Insofern besteht das aktuelle Spannungsfeld an dieser Stelle in dem Konflikt, ob die Kurse möglicherweise verlangsamt an dieser Stelle weiter steigen, da die Großspekulanten durch die Preisentwicklung gezwungen werden, ihre sehr große Netto-Short-Positionierung einzudecken oder ob sich eine technische Pause einstellt, die einen preislichen Pullback einschließt. Mit Blick auf die Entwicklung der Anzahl der neuen Hochs erscheint die technische Pause nach der „vorgezogenen Jahresendrally“ an dieser Stelle wahrscheinlicher.

Zu dieser Einschätzung trägt auch die Entwicklung des Banksektors bei, der im S&P 500 insgesamt hoch gewichtet ist und an dem in der letzten Woche genannten Widerstandsbereich gescheitert ist. Die Entwicklung in der letzten Handelswoche ist markiert. Auf relativer Basis haben die Banken damit frische Bewegungstiefs gegenüber dem Gesamtmarkt markiert.
Phasen größerer Preisschwäche im Gesamtmarkt waren in den letzten Jahren durch die Schwäche der Anleihen gekennzeichnet, dies ist diesmal nicht zu erkennen, da die Anleihen zunächst einen Teil der Aufwärtsbewegung zwischen Juni und September korrigieren. Ein Unterschreiten der Marke von 110 Punkten könnte aber als eine zusätzliche Belastung wirken und die technische Pause einläuten (weiteres siehe Anleihen).
Die Einschätzung verbleibt bei bullish.
———-
Anleihen:
US-Anleihen an sehr wichtiger Unterstützung bei 110 Punkten, Dreiecksbildung vor Auflösung, Wahrscheinlichkeit nach unten groß, potentieller Trigger für andere Anlagemärkte
| Future |
Kurs |
Veränd.
Vorw. |
Positionierung der Commercials |
| Netto |
Ver. Netto |
Ver. Long |
Ver. Short |
| US Treasury Bonds |
110,25 |
-1,75 |
+91.358 |
+4.494 |
+2.253 |
-2.241 |
| 10-year T-Notes |
108,22 |
-0,98 |
-206.563 |
+76.174 |
+96.692 |
+20.518 |
Bei fallenden Kursen fielen die Positionsveränderungen der Commercials im Bereich der zehnjährigen Anleihen etwas größer aus.

Die Commercials haben ihre Netto-Long-Positionierung nur marginal erhöht und waren trotz der recht deutlichen Kursschwäche damit nicht deutlich auf der Kaufseite tätig.
Die Charttechnik zeigt einen Aufwärtstrend vom Juni an, der im Wochenverlauf getestet wurde. Der Bereich 110 Punkte ist dabei als gute und nun sehr wichtige Unterstützung anzusehen. Die Dreiecksbildung deutet daraufhin, dass in Kürze eine Auflösung aus dieser Formation zu erwarten ist. Mit Blick auf die Positionierung der Commercials in den kürzeren Laufzeiten ist das Verlassen des Dreiecks nach unten momentan wesentlich wahrscheinlicher und damit auch ein Unterschreiten der Marke von 110 Punkten.
Die Einschätzung für die US-Anleihen verbleibt bei bearish.
———-
Devisen:
Unterhalb von 80 Punkten ist der US-Dollar-Index negativ, kanadischer Dollar mit sehr viel Spekulation, hohe positive Korrelation zum Erdölpreis
| Future |
Kurs |
Veränd.
Vorw. |
Positionierung der Commercials |
| Netto |
Ver. Netto |
Ver. Long |
Ver. Short |
| U.S. Dollar Index |
78,4100 |
0,2100 |
+26.186 |
-474 |
+121 |
+595 |
| Euro |
1,4108 |
-0,0047 |
-109.675 |
+3.887 |
+2.275 |
-1.612 |
| Schweizer Franken |
0,8452 |
-0,0056 |
-9.012 |
+3.084 |
-476 |
-3.560 |
| Japanischer Yen |
0,8531 |
-0,0117 |
+37.260 |
+19.542 |
+27.022 |
+7.480 |
| Britisches Pfund |
2,0390 |
-0,0016 |
-37.128 |
-5.209 |
+10.280 |
+15.489 |
Wie in der Vorwoche fallen die Positionsveränderungen sehr gering aus, was an den geringen Preisveränderungen per Saldo liegt. Insofern bleiben auch die Überlegungen der letzten Wochen weiterhin gültig.

Die Netto-Long-Positionierung der Commercials hat sich nur unwesentlich verändert, sie liegt weiterhin knapp unterhalb der bisherigen Rekordhochs vom Juli 2007.

Die Netto-Short-Positionierung der Commercials hat sich leicht erhöht, sie liegt aber weiterhin noch relativ deutlich unterhalb des bisherigen Rekordniveaus.

Charttechnisch ist der Aufwärtstrend des Euro/US-Dollars intakt, die Korrektur endete am Trend. Insofern ist eine Trendfortsetzung weiterhin wahrscheinlich. Aufgrund der Steilheit des Trends ist an dieser Stelle auch eine potentielle a-b-c-Korrekturformation denkbar.
Die Netto-Short-Positionierung der Commercials im kanadischen Dollar erreicht ein neues historisches Allzeitrekordniveau.

Die Korrelation zwischen der Ölpreisentwicklung der Entwicklung des kanadischen Dollars ist deutlich positiv, am Jahrestief 2007 waren die Commercials so stark per Saldo long positioniert wie nie zuvor, eine deutliche Long-Positionierung konnte man zuvor auch im Juni 2005 beobachten, ebenfalls ein wichtiges preisliches Zwischentief. Bei einer sehr hohen Netto-Short-Positionierung der Commercials konnte man zuletzt Ende Juli/Anfang August ein Preishoch beobachten. Der Preistrend im kanadischen Dollar ist weiterhin intakt und zeigt noch keinerlei Zeichen von Schwäche, das Verhalten der Commercials spricht dafür, dass der Trend bereits sehr weit fortgeschritten ist.
Generell gilt: Unterhalb der Marke von 80 Punkten ist der US-Dollar-Index negativ einzuschätzen. Der Rutsch auf neue historische Tiefstkurse im US-Dollar-Index hat jedoch nicht zu einer Beschleunigung im Abwärtstrend des US-Dollars geführt, was kurzfristig positiv zu werten ist.
Die Einschätzung verbleibt daher weiterhin auf bearish.
———-
Edelmetalle:
Gold mit extremer spekulativer Schlagseite, saisonal korrektive Phase üblich
| Future |
Kurs |
Veränd.
Vorw. |
Positionierung der Commercials |
| Netto |
Ver. Netto |
Ver. Long |
Ver. Short |
| Gold |
737,65 |
6,43 |
-234.169 |
-12.777 |
-745 |
+12.032 |
| Silber |
13,47 |
0,13 |
-46.998 |
-2.149 |
+1.058 |
+3.207 |
| Platin |
1.366,00 |
17,00 |
-10.028 |
+274 |
+428 |
+154 |
| Kupfer |
360,10 |
-9,95 |
-3.744 |
-2.909 |
-1.488 |
+1.421 |
Die Preisveränderungen fielen gering aus, daher auch die geringen Positionsveränderungen im Wochenvergleich.

Bei Gold haben die Commercials ihre Netto-Short-Positionierung ausgebaut, sie erreicht ein neues historisches Rekordniveau. Die Commercials haben bei diesem Preisanstieg nahezu ausschließlich neue Short-Positionen aufgebaut.

Die Korrekturphase im Mai/Juni wurde begleitet von sinkenden Short-Positionen und gleichzeitig steigenden Long-Positionen bei den Commercials. Die Bereitschaft der Vorwärtsverkäufe nahm ab, das Kaufinteresse gleichzeitig zu.
http://www.wellenreiter-invest.de/Wordpress/?p=36
Anfang Juli ergab sich dann eine interessante Divergenz, die auf steigende Preise hindeutete.
Momentan ist erkennbar, dass das Kaufinteresse der Commercials abgenommen hat, gleichzeitig nutzten sie den Anstieg des Interesses quasi 1:1 zu neuen Vorwärtsverkäufen (Aufbau von Short-Positionen). Insofern besteht historisch eine extreme spekulative Schlagseite im Goldpreis.
Die Charttechnik zeigt für den Goldpreis weiterhin einen intakten Aufwärtstrend an, sogar der steilere Aufwärtstrend ist intakt. Der Bereich um 750 US-Dollar kristallisiert sich jedoch als Widerstand heraus.

Bei Silber ist ebenfalls der steilere Aufwärtstrend intakt, der Silberpreis notiert aber am Widerstandsbereich von 14 US-Dollar, danach stellt der Bereich 14,30 US-Dollar den nächsten preislichen Widerstand dar.
Die Minenaktien im HUI und im XAU zeigen keine negativen Divergenzen an, sie zeigen sogar leichte relative Stärke an, was positiv zu werten ist.
Insgesamt gilt für den Sektor ähnliches wie für den US-Aktienmarkt: Gewisse Überreizungen (XAU hat in 2 Monaten um 50% zugelegt) sind da, die spekulative Schlagseite im Goldpreis ist historisch extrem. Übergeordnet deutet jedoch bis dato nichts auf die Ausbildung von mittelfristig wichtigen Preishochs hin.
Bei Kupfer haben die Commercials ihre geringe Netto-Short-Positionierung ausgebaut. Interessant erscheint mir im Vergleich zu den Preishochs im April/Mai und Juli 2007, dass bei ganz ähnlichen Preisen die Commercials jeweils eine negativere Positionierung einnehmen. Insofern sind die Zeiten eines steigenden fairen Wertes bei Kupfer vorbei, die Commercials signalisieren einen leicht fallenden fairen Wert für den Kupferpreis.
Die Einschätzung für den Sektor verbleibt vorerst bei neutral.
———-
Energie:
Erdölpreis mündet in saisonal schwächster Zeitphase bis Dezember
| Future |
Kurs |
Veränd.
Vorw. |
Positionierung der Commercials |
| Netto |
Ver. Netto |
Ver. Long |
Ver. Short |
| Erdöl |
80,03 |
-0,02 |
-65.794 |
-6.260 |
+5.914 |
+12.174 |
| Erdgas |
6,86 |
-0,57 |
+31.394 |
+5.249 |
-8.849 |
-14.098 |
Die Preisbewegungen im Sektor fielen insgesamt sehr gering aus.

Die Netto-Short-Positionierung der Commercials hat sich wieder leicht erhöht, sie liegt aber weiterhin unterhalb des bisherigen Rekordhochs von Anfang August. Da der Erdölpreis mittlerweile auf einem höheren Preisniveau notiert, zeigt das Verhalten der Commercials einen steigenden fairen Wert für Erdöl und damit einen intakten Bullenmarkt an.
Saisonal ist die beste Zeitphase des Erdölpreises mittlerweile vorbei, die Positionierung der Commercials im kanadischen Dollar stellt ein Indiz für ein nahendes Preishoch dar, auch im Erdölpreis ist eine gewisse Spekulationsprämie enthalten. Insofern sollte das weitere Potential trotz des intakten Trends als begrenzt anzusehen sein in den kommenden Wochen.
Die Einschätzung für den Sektor verbleibt zunächst aber weiterhin auf bullish.
———-
Agrar/Fleisch:
Trotz Preiskorrektur ist der Bullenmarkt bei Mais intakt
Abgesehen von der neuen Extrempositionierung der Commercials bei Kaffee, die beinahe das bisherige Dreijahresrekordniveau vom Februar 2006 erreicht, und damit signalisiert, dass der Preisanstieg bei Kaffee seit Mai auch vor einem Ende steht, ist die Positionsveränderung bei Mais interessant.
Die Commercials sind zwar noch per Saldo short positioniert und auch die Großspekulanten besitzen noch immer eine relativ große Netto-Long-Positionierung, so dass die Preisschwäche möglicherweise andauert. Momentan liegt der Maispreis jedoch höher als im Juli und trotzdem ist die Netto-Short-Positionierung der Commercials geringer als im Juli. Insofern signalisiert ihr Verhalten einen intakten Bullenmarkt hinter der Fassade der Preiskorrektur.
Ein Wort an dieser Stelle zu Zucker, da es hier zahlreiche Anfragen gab. Das Verhalten der Commercials zeigt an, dass sie bei einer Preiserholung sofort die Seiten wechseln und steigende Preise zum Aufbau von Short-Positionen nutzen. Insofern rate ich hier von Long-Positionen ab- trotz des an sich vorhandenen saisonalen Rückenwinds. Der Preischart signalisiert zwar eine potentielle Bodenbildung, aber eine Aufwärtsbewegung will noch nicht gelingen. Daher muss man schlicht festhalten: es gibt interessantere Märkte zum Handeln.
Fazit/Ausblick
In der kommenden Woche stehen in Amerika die Berichte der US-Unternehmen im Vordergrund, da nun die „heiße Phase“ der Berichtssaison begonnen hat. Am Montag berichtet u.a. Citigroup (Ergebnisse jedoch bereits bekannt) und Gegentech aus dem Biotechsektor, am Dienstag u.a Intel, Yahoo! Und Johnson & Johnson, am Mittwoch u.a. eBay, United Technologies, Coca-Cola und Altria Group, am Donnerstag u.a. Google und die Bank of America und am Freitag u.a. 3M, Caterpillar und Honeywell. Darüber hinaus stehen in der kleinen Verfallswoche jedoch weitere wichtige Daten zur Veröffentlichung an. Am Montag ist eine Rede Bernankes angekündigt, am Mittwoch werden die Verbraucherpreise veröffentlicht, am gleichen Abend steht dann das Beige Book der FED auf der Tagesagenda. Das Beige Book wird dabei einen konjunkturellen Überblick geben und eine Indikation für die kommende Sitzung der FED Ende Oktober sein. Es ist mit einem unveränderten Leitzinssatz zu rechnen, Anhaltspunkte für weitere Zinssenkungen sind in meinen Augen nicht auszumachen, eine Zurücknahme des Zinsschrittes im restlichen Jahr ist jedoch ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Erst wenn sich alle Kreditmärkte normalisiert haben, ist ein solcher Schritt denkbar. Am Donnerstag ist die Veröffentlichung des Philly FED-Index von Interesse, bevor am Freitag eine Konferenz mit FED-Chairman Bernanke und FED Gouverneur Poole das Interesse der Investoren auf sich ziehen wird.
In der Frühausgabe vom 04.09. schrieb ich nach meinem Urlaub:
Übergeordnet deuten die CoT-Daten daraufhin, dass die großen Trends der letzten Jahre
– fallender US-Dollar, steigende US-Aktien, steigende Energie- und Rohstoffpreise –
wieder aufgenommen werden. Die in den letzten Wochen zu beobachtende Phase der
deflationären Entwicklung, die durch das Auflösen von Kreditpositionen begünstigt wurde,
ist dabei nur als eine Zwischenperiode anzusehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank in diesem Jahr den Leitzinssatz senken wird, erscheint zudem als sehr groß.
Das Verhalten der Commercials signalisiert, dass die Trendbewegungen in einer relativ kurzen Zeit von lediglich 6 Wochen bereits sehr weit gelaufen sind, insofern ist zumindest eine Pause in Form einer korrektiven Phase zu erwarten. Möglicherweise kommt dabei dem US-Anleihenmarkt die Funktion als Signalgeber zu, wenn dieser unter 110 Punkte fallen sollte. Die spekulative Bereitschaft der Investoren an der Nasdaq und im Rohstoffbereich lässt vorerst nur noch wenig Spielraum erwarten. Als „Schuldiger“ einer solchen Korrektur könnte die Neueinschätzung der Marktteilnehmer zur Zinspolitik der FED dienen. Insofern hieße die Kausalkette dann: Fallen Anleihen, fallende Aktien, steigender (stabiler) US-Dollar und fallende Rohstoffe (Gold und Erdöl). Dies jedoch weniger im Sinne einer großen Trendbewegung, sondern im Rahmen einer korrektiven Bewegung.
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